Heusaison 2006

Schum beim Wenden Nach ca. acht geführten und ca. acht eingehenden Anrufen und fünf Kilometern Fahrradfahrt war so einigermaßen klar, was am Sonntag abgeht. Die Telefoniererei lässt keinen Zweifel aufkommen, es ist Heueinfahren angesagt. Das heißt, es gibt ein klar definiertes Terminraster. Sagen wirs mal so, es sollte zumindest eines geben. Das übliche Problem, wer wann mit welcher Maschine wo aufzutauchen hat, wird deshalb mit der üblichen Improvisationskunst gelöst und dann heißt es: Ran an das getrocknete Gras.
Den Schum interessiert das Ganze eher weniger, der macht den Kram den er sich vorgenommen hat völlig unbeeindruckt vom Rest der Welt und beginnt den Tag auf der Baustelle entlang des Biebergrundes mit Sonnenbaden und Wenden.


Mikusch beim Zusammenmachen Am frühen Vormittag sind dann die Künstler gefordert, die aus dem chaotisch verstreuten Heu geordnete Bahnen bauen müssen. Das Ganze nennt sich Schwaden oder Zusammenmachen. Ziel der Übung ist es, das Heu auf Maden zu legen, um der Presse möglichst wenig Fahrerei zuzumuten.


Werner beim Zusammenmachen Ein weiterer Vorteil der Geschichte ist es, dass das auf Maden liegende Heu luftig aufgeschichtet wird und damit noch ein eine Weile trocknen kann.


Blick aus dem Schlepper beim Schwaden Der Webmaster geht bei dieser Aufgabe zumeist auf Tauchstation, das Vorgewendemanagement stimmt hier vorne und hinten nicht. Desweiteren gibt es kaum eine quadratische Wiese. Ständig ist mit irgendwelchen Ecken, Sträuchern und Bäumen zu rechnen, die beim Zusammenmachen geschickt umkurvt werden müssen. Daher hat das Foto mehr symbolischen Wert als irgendeine Aussagekraft.


Die Presse rollt an Nun gut, die unglückseelige Zusammenmacherei hat auch einmal ein Ende. Ein untrügliches Zeichen dafür ist die anrollende Presse. Damit geht der Spaß erst richtig los und die Fahrer der Heugicks werden zum Vorstart gebeten, das Rennen um die Rundballen wird eröffnet. Der Favorit des Rennens verweilte leider noch in einem Flugzeug auf dem Weg nach Frankfurt, dennoch konnten einige Starter aufgeboten werden.


Winni mit Gick Zum Glück hatte die Presse diesmal einiges an Vorsprung heraus gefahren. Die Gefahr, dass jemand mit dem Gick direkt in die Presse rennt, um nur ja einen Ballen zu erwischen war also eher gering. Auch deutete die Meldeliste eher auf ein gemächliches Oldtimer-Rennen hin. Albert hat einen erwischt


Franz-Karl beim Transport eines Ballen An die 40 Ballen galt es von den Wiesen zum Lagerort zu schaffen. Das hört sich nach viel an, ist aber relativ wenig. Es gab schon mehr. Dafür können wir den lang anhaltenden Winter verantwortlich machen. Zum Ausgleich ist aber diesmal die Qualität allererste Sahne. Das Zeug hat bislang nicht einen Tropfen Regen abbekommen. Man kann ja auch mal Glück bei der Wahl der richtigen Wettervorhersage haben. Obwohl sich die drei favorisierten Internet-Wetterdienste für das Wochenende um den 17. Juni sich diesmal relativ einig waren.


Die meisten Traktoren auf einen Blick Der große Preis des Kasselgrunds wurde so pi mal Daumen gegen 17:15 Uhr abgewunken. Die reservierte Zeit für die abschließende Siegerehrung musste allerdings recht knapp bemessen werden. Schließlich galt es noch, die von unseren Ortslandwirten begonnene Arbeit fertig zu machen.


Siegerehrung Wer übrigens wissen möchte, wer den Pokal in die Hand gedrückt bekam, dem sei versichert, beim Rennen rund um die Ballen gibt es glücklicherweise immer nur Gewinner.


Nachbetrachtungen

Heu 2006 Jetzt da der Winter naht, blicken wir mit Wehmut auf den vergangenen Sommer zurück. War er nicht schön? Wenn ich nur daran denke, dass jetzt wieder Frieren im ständigen trostlosem Dunkel der Nacht angesagt ist, wünsche ich mir den Sommer zurück.


Heu 2006 Gut, auch bei bestem Wetter hat nicht immer alles einwandfrei funktioniert. So manchen Rundballen konnte man mit der Hand aufladen, aber solche Kleinigkeiten erschüttern uns schon lange nicht mehr. Zumal die 06-er Saison ohne größere Schäden über die Bühne gegangen ist, den üblichen Verschleiß der Gammelgeräte einmal außer acht gelassen. Komischerweise verreckt immer mal was. Was aber ums verplatzen immer funktioniert sind die Handys, das heißt, die Rufbereitschaft ist rund um die Uhr gegeben. Ein furchtbarer Zustand. Man kann sich nicht mal ein Stündchen in die Kneipe verkrümeln, ohne dass das Ding vehement die Aufmerksamkeit auf sich lenkt, um mitzuteilen, dass unbedingt noch ein Fahrer für was auch immer gebraucht wird.


Heu 2006 Der Fischbüchsen Bernhard hat dagegen keine Probleme mit dem Handy. Nicht auszudenken was passieren würde, wenn er eins hätte. Aber das nur nebenbei. Statt dessen hatte er diesmal Pech mit einem Wender, der sich nach allen Regeln der Kunst zerlegte und am Frontlader nach Hause gebracht werden musste.


Heu 2006 So ein Maschinenschaden bietet allerdings die willkommene Gelegenheit für ein kurzes Päuschen im kühlen Schatten. Solidarisch wie wir sind, haben wir dabei geholfen. An dem Wender war vor Ort sowieso nix mehr zu machen.


Heu 2006 Der Höhepunkt vom Tiefpunkt war dann allerdings der Trip nach Bieber. Die etwas über 20 Rundballen wurden mit einem enormen Schlepperaufwand und wahrscheinlich etlichen Flüchen der aufgehaltenen Autofahrer schwer erkämpft. Hoffentlich hat unser Agrarminister nicht noch mehr Verwandtschaft mit zu pflegenden Wiesen. Ich sags gleich, bei Bieber ist die Grenze erreicht. Weiter zuckel ich nicht bei einer gemessenen Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h.