Steigende Energiepreise und eine steigende Anzahl von Kachelöfen nötigen
den einen oder anderen von uns zum Holzmachen. Auch hier gilt die Devise: 'Selbermachen
und nicht kaufen'. Warum auch nicht, alle nötigen Maschinen wie Seilwinde, Motorsägen
und hydraulischer Spalter sind vorhanden. Weiterhin dümpelt im Winter die Landwirtschaft
eh nur vor sich hin.
Also was soll man auch sonst mit der Zeit anfangen, als bei herrlichem Wetter in den
romantischen Spessartwald zu fahren, um eben diese romantische Idylle mit den Schleppern und
Motorsägen etwas aufzupeppen. So kommt wenigstens etwas Leben in den Wald.
Für interessierte Leser sei hier einmal unsere Arbeitsweise beschrieben. Diese
kann auch als Anleitung verstanden werden.
Zunächst werden die Baumkronen der bereits gefällten Bäume entastet. Das heißt, alles was
dünner als ein Oberschenkel ist bleibt liegen und liefert dem Wald bei seiner
Verrottung wieder wichtige Nährstoffe zurück. Ausserdem lohnt es sich einfach
nicht, jedes Streichhölzchen aus dem Bestand zu ziehen.
Im zweiten Arbeitsgang wird das entastete Material in möglichst großen Teilen an den Wegerand gezogen, so dass
später der Schlepper mit dem Spalter bequem beifahren kann. Dort wird das Holz auf Meter gesägt. Dabei gilt
es darauf zu achten, dass ein Meter 100 cm hat und nicht mehr und nicht weniger.
Auch sei daran erinnert, dass die Schnitte gerade zu sein haben. Dies erleichtert den folgenden Arbeitsgang ungemein.
Im letzten Arbeitsgang wird das auf Meter geschnittene Material gespalten und tunlichst
gleich auf Hänger verladen, vorrausgesetzt, es stehen eine weitere Zugmaschine und
Fahrer zur Verfügung. So muss man die Brocken nicht noch mal in die Hand nehmen.
Das Kutschieren des wertvollen Rohstoffes zum Lagerplatz und das Aufsetzen ist dann zunächst
die Kür.
Bevor das Holz in den Ofen wandert, muss es noch auf die nötige Länge
gesägt werden. Dies erfolgt allerdings erst nach einer dreijährigen Lagerzeit
zum Austrocknen.
Zwingend erforderlich sind festes Schuhwerk und eine Schnittschutzhose. Wer einmal
bei Frost mit laufender Säge ausgerutscht ist, wird das bestätigen.
Weiterhin ist es empfehlenswert, zumindest eine Ersatzkette mitzunehmen. Nichts ist
ärgerlicher, als beim zweiten Schnitt einen Stein zu erwischen, um dann, auf die
eigene Dummheit fluchend, unverrichteter Dinge wieder abzuziehen.