An allen Ecken und Kanten hört man Hohn und Spott über das Ergebnis der Kartoffelernte unserer Ortslandwirte.
So schlecht war das Ergebnis aber nicht.
Immerhin konnte Augenzeugen zufolge beim Lesen der Kartoffeln im Schnitt alle Minuten jemand den Jubelschrei "Ich
hab' Eine!" ausrufen, so dass sich das Körbchen doch nach und nach füllte. Das ist summa sumarum gar nicht
so übel. Schließlich sind im April jeweils nur zwei Zentner verbuddelt worden, die im Laufe des Sommers in akriebischer
Arbeit gehegt und gepflegt wurden. Wo die allerdings hingewachsen sind, weiß der Teufel. Man müsste mal einen Test
mit Dynamit und einer Tiefensprengung machen. Womöglich freuen sich aber gerade ein paar Erdbewohner auf der gegenüberliegenden
Seite des Globus über das unerwartete Glück.
Allerdings konnte so die Ernte im Tempo eines Eilzuges aufgesammelt werden. Andere mussten sich auf ihren Äckern
weit mehr plagen. Und Zeit zum Lachen war auch reichlich vorhanden.
Die Suche nach den Schuldigen ist noch nicht endgültig abgeschlossen. Verdächtigt werden in erster Linie die Einwerfer und der für das Wetter Verantwortliche. Der Fahrer der Steckmaschine hat sich selbst von allen Vorwürfen freigesprochen. Welch Wunder, war es doch einer der Geschädigten selber, der den Kartoffelbulldog beim Stecken gefahren hat und damit das Projekt in den Sand gesetzt hat.
Der drohenden Anzeige sieht der Autor übrigens gelassen entgegen. Bei der eventuell anstehenden Verhandlung werde
ich mich auf das Recht zur freien Meinungsäußerung (Pressefreiheit nach Artikel 5 des Grundgesetzes der BRD) berufen.
Sämtliche Volksverdummungsblätter kommen damit auch seit Jahr und Tag durch.
Es grenzt an Angeberei, aber der Nachwuchs der Rindergilde hat mit seinen Schippchen mehr der begehrten Kartoffeln
aus dem Erdreich heraus gezusselt, wie die Herrn Ortslandwirte in zwei Reihen zusammen.